FOKUS in Beziehungen

„Die Angst findet Dich immer.“

Liebe schmerzt. Überall heißt es »Liebe tut weh«. Aber das stimmt doch gar nicht! Was wehmtut, ist nicht die Liebe, sondern deren Ende. Trennung, Einsamkeit, Verlust tun weh.

 

Fokus in Beziehungen: PixabayMit jedem Menschen, der uns verlässt, gehen Anteile von uns verloren. Die ersten schlimmen Verwicklungen und Verstrickungen mit unseren Eltern berauben uns der ersten Anteile unserer Persönlichkeit. Dann kommen die ersten Erfahrungen im Kindergarten und in der Grundschule, wo unterschiedlichste Mitschüler und Lehrer weiter an unserer Seele nagen. Irgendwann scheint der erste heftige Liebeskummer uns das Herz nahezu zu zerreißen. Diese Verletzung geht richtig tief. Damit hört es nicht auf: Das Leben besteht förmlich aus Begegnungen und Abschieden. Zuerst treffen wir unsere Eltern und denken, dass sie uns immer begleiten werden. Doch irgendwann steigen sie aus dem Zug des Lebens aus, oft ohne Vorankündigung. Die Reise müssen wir dennoch fortsetzen.

Die teils zufälligen, teils schicksalhaften Begegnungen werden sich mehren: Geschwister, Freunde, die erste vielleicht auch zweite, dritte, vierte Liebe unseres Lebens. Viele werden aussteigen und eine große Leere hinterlassen. Bei anderen werden wir gar nicht merken, dass sie nicht mehr da sind. Das ist eine Reise voller Freuden, Leid, Begrüßungen. Aber auch die Abschiede werden häufiger. Worauf legen wir unseren Fokus in Beziehungen? Die Vermeidung von Schmerz? Oder das gemeinsame Erleben?

Wir selbst wissen nie, wann wir Goodbye sagen müssen. Das ist für Hermann Scherer Grund genug zu sagen: Wir müssen leben, lieben, verzeihen und immer das Beste geben! Und wir müssen Trennungsschmerzen irgendwie wegstecken. Wir sollten nicht einfach durchs Leben stolpern. Wollen wir eine Beziehung? Familie? Kinder? Dass jede Entscheidung einen Preis hat, sollte jedem klar sein. Wenn jeder schmerzliche Abschied einen wenn auch noch so kleinen Teil von uns mitnimmt, sind wir vielleicht noch keine 50 Jahre alt, aber stehen mit nur noch 5 Prozent Restpersönlichkeit da.

Leben trotz Angst

Der Bestsellerautor weiß aus eigener Erfahrung: Das macht Angst, logisch! Dummerweise ist diese Angst unkonkret, diffus, nebelig. Also nichts Konkretes, das man, wie etwa Flugangst, einigermaßen in den Griff bekommen könnte. Sie ist einfach da und findet jeden von uns. Was tun? Den Kopf in den Sand stecken? Klar, das machen manche, sie haben genauso wie jeder Mensch Angst vor dem Leben und vor dem Tod. Aber anstatt TROTZDEM zu leben, erstarren sie. Sie haben ihren Fokus verloren.

Natürlich können wir versuchen auf einer einsamen Insel zu leben und niemanden an uns ranzulassen, damit wir niemals Trennungsschmerz erfahren müssen. Sicher, das gibt es, doch werden wir dadurch glücklicher? Und ist das wirklich das Ziel?

Scherers Tipp für mehr Fokus in Beziehungen:

Das Trotzdem ist der Schlüssel zur Zufriedenheit: Sich auf seine Vision, seinen Traum, sein Ziel konzentrieren; der Angst mutig ins Gesicht schauen und alles geben, um sich den Traum zu erfüllen, auch wenn es Rückschläge und Niederlagen geben wird. So oft wie Menschen aus unserem Leben scheiden, werden auch neue dazukommen, die Neues in unser Leben bringen.

Dennoch fordert der Autor nicht auf, blind durchs Leben zu gehen. Sicher nicht. Doch im Mauseloch werden keine Ziele erreicht. Scherer ist überzeugt, Vertrauen ist die Basis für Beziehungen, ja das ganze Leben. Klar, werden die meisten denken, was auch sonst. Doch „Vertrauen ist der Mut, das bewusste Risiko einzugehen, enttäuscht oder verletzt zu werden – auch von sich selbst.“